Vorteile der Strohbauweise

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Ein Dutzend Vorteile:

1. Gute Wärmedämmung: Wärmeleitfähigkeit 0,052 W/mK (Beispiel U-Wert bei 36,5cm Dämmstärke und 6cm Holzständern = 0,15 W/m2K)
2. Beinahe unbegrenzt verfügbar: 20% des Strohs in der Landwirtschaft frei = jährlich bis zu 350.000 Einfamilienhäuser dämmen.
3. Einfache Herstellung: Nur Qualitätssicherung und Kontrolle zusätzlich: Und fertig ist der anerkannte Baustoff!
4. Baustrohballen sind unbehandelt und daher schadstofffrei.
5. Baustrohballen besonders nachhaltig: jährlich nachwachsend + regional ohne Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau
6. Dreifacher Klimaschutz: Kohlendioxidspeicherung beim Wachstum + 
Kohlendioxidminimierung bei der Herstellung von Strohballen +Kohlendioxidvermeidung beim Gebäudebetrieb
7. Sehr gute Brandschutzeigenschaften: Eine 36cm dicke Baustrohballenwand mit >0,8cm Putzschicht F30 nach DIN 4102 und ist schwerentflammbar (B, s1, d0 nach DIN EN 13501)
8. Hohe Wärmespeicherung dadurch guter sommerlicher Wärmeschutz
9. Energiesparen bei Herstellung und Betrieb
10. Die Verarbeitung ist unaufwändig und auch für Laien möglich.
11. Mit Holz und Lehm bereitet „Entsorgung“ keine Sorgen nach Ende der Lebensdauer kompostierbar.
12. U
nterschied beim Primärenergiebedarf: Einfamilienhaus strohgedämmt gegenüber herkömmlicher Bauweise „11 Jahre Heizen frei“

 

Bauen mit Stroh

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Mit Stroh, Holz und Lehm lassen sich auf einfache Weise hochwärmegedämmte, gesunde und umweltfreundliche Wohnhäuser erstellen. Der Rohstoff kommt vom Acker nebenan. Die Bauweise ist nicht neu. Schon Ende des 19. Jahrhunderts haben Siedler in holzarmen Landstrichen Nebraskas Häuser aus Heuballen gebaut-lasttragend, ohne weitere Holzständer in den Wänden. Einige von ihnen sind heute noch bewohnt und in tadellosem Zustand. In der Zeit zwischen 1940 und 1980 geriet die Bauweise in Vergessenheit. Die Bauweise wurde Mitte der achtziger Jahre wieder entdeckt und gewinnt seit ca. 15 Jahren weltweit zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zu den historischen Vorbildern werden hierzulande Holzständerkonstruktionen mit Strohballen ausgefacht. Der lasttragende Strohballenbau, bei dem die Ballen wie überdimensionale Mauerziegel Dach- und Deckenlasten tragen, befindet sich in Deutschland noch in der Entwicklung. Damit ließen sich Kosten, Zeit und Aufwand sparen und der Dämmwert verbessern.
Gesunde Häuser vom Acker nebenan
Die wesentlichen Bestandteile eines Strohballenhauses, Holz, Lehm und Getreidestroh enthalten keine Schadstoffe, sind nachwachsend, und in fast unbegrenzter Menge vorhanden. Lehm auf Wandoberflächen sorgt für ein angenehmes, gesundes Raumklima und optimalen Feuchteausgleich. Wenn die Baufamilie beim Einbau der Strohballen und beim Verputzen mit anfasst, lässt sich Wohnraum etwas kostengünstiger erstellen.

Bautechnische Eigenschaften

Das Feuchteverhalten von Strohballen in Außenbauteilen ist unproblematisch, wenn dampfdiffusionsgerechte Aufbauten gewählt und geeignete Außenbekleidungen verwendet werden, bzw. konstruktiver Schlagregenschutz vorgesehen wird. Die innere Putzschicht muss rissefrei und möglichst luftdicht hergestellt werden. Weder Nagetiere noch Ungeziefer noch Schimmel noch Wind und Wetter können fachgerecht eingesetzten Strohballen etwas anhaben. Strohballen besitzen eine sehr gute Dämmwirkung. Mit einer ballenstarken Wand von ca. 35 cm Dicke erreicht man schon Passivhausstandard. U-Werte von 0,17 bis 0,12 W/m2K sind möglich.

Baurechtliche Anerkennung in Deutschland

Strohballen sind in Deutschland seit 2006 als Dämmstoff bauaufsichtlich zugelassen. Für davon abweichende Anwendungen besteht zusätzlich die Möglichkeit für das Vorhaben eine Zustimmung im Einzelfall zu beantragen, was in der Regel ohne Probleme klappt. Die Verwendbarkeit als feuerhemmende Außenwand (F-30) wird in einem allgemeinen bauaufsichtliche Prüfzeugniss geregelt.

2009 Gemeinschaftswohnhaus WINDROSE

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Das zweite strohgedämmte Mehrfamilienhaus von Architekt Scharmer im Ökodorf Sieben Linden. Nach dem schlichten dreigeschossige wurde hier ein komplexerer Baukörper gewählt. Stroh wurde im Dach und in den Wänden eingesetzt. Die Außenwänden sind beidseitig lehmverputzt. Auf der Außenseite wird dieser durch einen Luftkalkputz geschützt. Weitere Besonderheit: Alle Wandoberflächen und auch die Decken sind innen mit verschiedenfarbigen Lehmputzen verputzt.

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